Führung Zeughaus Augsburg, Römische Chirurgie


Tisch mit chirurgischen Instrumenten zum Tasten Foto vom Tisch mit chirurgischen Instrumenten zum Tasten


Ausstellung zur römischen Chirurgie


19.01.2017 31.03.2017 im Zeughaus Augsburg
besucht am 18. März 2017

Die Ausstellung zum Thema der Chirurgie in der römischen Antike wurde von SchülerInnen eines P-Seminars des Gymnasiums bei St.Stephan in Augsburg gestaltet. Dabei sollten Aspekte der Inklusion blinder und sehbehinderter Menschen mitberücksichtigt werden.

Die Ausstellung bestand im Wesentlichen aus Texttafeln, die beispielsweise Zahnheilkunde und den besonderen Berufsstand der Gladiatorenärzte beschrieben. Ergänzt wurden die Texte durch eine Vitrine mit chirurgischen Instrumenten, einem Tisch, auf dem einige der Instrumente zu ertasten waren und dem Abguss eines Arztreliefs. Die Exponate waren im vorderen Teil der Toskanischen Säulenhalle platziert.

Die Texte waren auf DIN A1 Plakaten gedruckt. Die serifenfreie klare Schrift, schwarz auf weiß, sorgte nach meinem Empfinden für eine gute Lesbarkeit. Dazu hat sicherlich auch beigetragen, dass der Raum an dieser Stelle sehr gut ausgeleuchtet war. Zitate in den Texten waren invers gestaltet (weiß auf braun). Die Texte waren in zwei Spalten gesetzt, so dass die einzelnen Zeilen nicht zu lang waren. Wenige Bilder haben die Textinformation illustriert.

Jeweils in der rechten unteren Ecke jedes Plakates war ein QR-Code angebracht. Hier waren die Texte der Plakate im Audioformat hinterlegt, die von verschiedenen Personen eingesprochen wurden. Enthalten war hier eine sehr gelungene Beschreibung des Arzt-Relief-Abgusses, der nicht berührt werden durfte.

QR-Codes bieten zwar eine einfache Möglichkeit, Informationen zugänglich zu machen, haben jedoch den Nachteil, dass sie erstens gefunden werden müssen und es zweitens einiger Geduld bedarf, den richtigen Abstand zum Scannen zu finden. Dennoch waren die Codes für diese Ausstellung eine vertretbare Lösung.

Auf dem Tisch mit den zu tastenden chirurgischen Instrumenten fanden sich u.a. eine nachgebaute Schere und ein Wundhaken. Diese Instrumente waren mit Objektbeschriftungen in Braille-Schrift und Schwarzschrift versehen. Die Schwarzschrift war unter Folienstreifen sehr schwierig zu erkennen, da sie sehr klein geschrieben war. Originale der Instrumente auf dem Tisch waren jeweils neben Vergleichsinstrumenten aus der Gegenwart in der Vitrine ausgestellt.

Diese zu ertastenden Instrumente sprechen nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen an, sondern alle, die über ihren haptischen Sinn erfahren, was ihnen in der Regel in Ausstellungen nicht gestattet ist.

Mein Fazit
Die SchülerInnen haben mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gezeigt, dass es nicht unbedingt immer großer finanzieller Mittel und aufwändiger Gestaltung bedarf, das Thema einer Ausstellung so umzusetzen, dass sich auch Menschen mit einer Seheinschränkung angesprochen fühlen.

Tafel mit QR-Code Foto einer Tafel mit QR-Code