Schokoladenmuseum Köln


Flyer mit Schokosmilies Foto vom Flyer mit Schokosmilies


Schokoladenmuseum Köln


Besucht am 26.08.2017

Das Schokoladenmuseum in Köln hatte ich bereits zweimal in der Vergangenheit gemeinsam mit meinen Kindern besucht und ohne das Wissen über Museen, Ausstellungen und Vermittlung. Bei diesem Besuch wollte ich mich mit dem Blick der „Museumskundigen“ durch die Dauerausstellung arbeiten.

Was mich gleich zu Beginn beeindruckt hat, war die Menschenmenge an den Kassen. Selten muss man für einen Museumseintritt länger anstehen, nun gut, es war Samstag und Ferienzeit. Mit den Eintrittstickets haben wir jeder einen Schokoladen-Smiley bekommen. Die Highlights der Ausstellung waren mit einem großen „S“ gekennzeichnet. 15 dieser Stationen sollten den Weg von der Speise der Götter zur Schokolade für Alle weisen. Zunächst wurde aber der Gründer des Museums, Hans Imhoff, ein Schokoladenfabrikant aus Leidenschaft vorgestellt, der 1993 seinen Traum von einem Schokoladenmuseum mit Schokobrunnen verwirklichte.

Am Beginn des Rundgangs stehen der Kakao und seine Anbaugebiete, Produktionsmengen und vieles mehr. Der Kakaobaum wächst in den Tropen. Um tropisches Regenwald-Klima zu erfahren, bietet sich ein kleines Tropenhaus an. Dort, im feucht-warmen Klima, wachsen neben Kakaobäumen u.a. Chili und Kardamom. Im Anschluss geht es um die Schokoladenzutaten mit einer Riechstation, die verschiedene Gewürze, u.a. Zimt und Vanille beinhaltet. Weiter geht es in der gläsernen Schokoladenfabrik. Dort steht am Anfang die Kakao-Röstmaschine und am Ende die verpackte Tafel Schokolade. Ein Roboter wirft auf Knopfdruck ein Täfelchen Lindt-Schokolade aus. Maschinen aus den verschiedenen Jahrhunderten verdeutlichen die Entwicklung der industriellen Schokoladenproduktion. In diesem Raum befindet sich das Wahrzeichen des Museums, der Schokobrunnen vor einer gläsernen Fensterfront mit Blick auf den Rhein. Der Brunnen ist drei Meter hoch und stets mit 200 Kilogramm flüssiger Schokolade gefüllt, die dem Besucher auf Waffeln angeboten wird. Natürlich riecht es hier stark nach warmer Schokolade.

Im Anschluss wird gezeigt, wie flüssige Schokolade in Form gebracht wird. Wer möchte, kann sich aus selbst ausgesuchter Schokolade und anderen Zutaten seine eigene Schoko-Kreation zusammenstellen.

Erst im zweiten Teil der Ausstellung wird es historisch: In Mittelamerika erlebte der Kakao seine erste große Blütezeit. In den heutigen Südprovinzen Mexikos, Guatemalas und Belizes haben die Menschen Kakao in großem Umfang genutzt und verarbeitet. Er war Nahrungsmittel, Zahlungsmittel und wurde den Göttern geopfert. Das Getränk, was man vor 5.000 Jahren aus Kakao zubereitete, hat wenig mit dem zu tun, was wir heute unter Schokolade verstehen. Kakao wurde mit heißem Wasser verrührt und gewürzt. Die spanischen Eroberer brachten den Kakao nach Europa, hier fand er an den Adelshöfen und beim Klerus des 17. Jahrhunderts großen Anklang. Geschirr und andere Gegenstände, die mit dem Schokoladengenuss verbunden waren, sind in einem Ausstellungsraum versammelt.

Im Zuge der Industrialisierung konnte Schokolade so günstig hergestellt werden, dass sie sich jedermann leisten konnte. Einige Marken wurden Kult. Dieser Schokoladenkult steht am Ende der Ausstellung.

Fazit
Angebote für Menschen mit Behinderungen oder Hinweise zu Barrierefreiheit habe ich auf der Seite des Museums nicht gefunden. Das Thema Schokolade wird jedoch so vielsinnig und vielfältig präsentiert, dass ich auch als Mensch mit Seheinschränkung vieles riechen, spüren, fühlen, schmecken und tun konnte, zumindest in dem Teil, der sich mit der Herstellung der Schokolade befasste. Die Stationen zur Kulturgeschichte der Schokolade waren klassisch gestaltet, also mit Objekten bestückt, die nicht berührt werden durften. Als „Museumskundige“, die sich von solch vielsinnigen Angeboten stets sehr angesprochen fühlt, habe ich den Besuch als sehr positiv in Erinnerung. Wer noch nicht genug von Schokolade hat, sollte sich im Anschluss an den Besuch noch Zeit für den Schoko-Shop nehmen und stöbern. Man findet neben Schokolade in unendlich vielen Variationen auch Schokonudeln, Schokobier und geröstete Kakaobohnen.

Schokoladenzutaten - Riechstation Gewürze Foto der Riechstation Gewürze


Grüner Kardamon Foto vom grünen Kardamon